Status Minor - Ouroboros (Lion Music)

Note: 5 von 10 Punkten

Review

Drei Jahre hat es gedauert, bis der Weihnachtsmann in den Importcontainer aus Finnland zwischen Rentierfleisch und Vodkaflaschen wieder ein Album von Status Minor hinzulegt. Nach ihrem Debut „Dialog“ (2009) soll jetzt „Ouroboros“ auf den Laser gedrückt werden. Da wird einem schon vom Cover warm: Was umklammern die zwei Leute da? Sind das Mann und Frau, oder nur Männer? Ist das Wald oder Höhle? Was heißt Ouroboros? Alles Fragen, die nicht so leicht zu beantworten sind, und viel Spielraum für Interpretation lassen. Der Ouroboros, oder Selbstverzehrer, der oft als Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt dargestellt wird, ist schon seit der Zeit Ägyptens als Symbol bekannt. Berühmtestes Beispiel ist wohl die Midgardschlange. Mit Mystik wird also nicht gespart. Genau wie mit prominenter Gesangsunterstützung. Anna Murphy, bekannt durch Eluveitie und Rick Altzi, Frontmann von At Vance und Thunderstone lassen es sich nicht nehmen, dabei zu sein. Durch die Kontraste der verschiedenen Stimmen werden die Melodien interessanter und sind schneller im Ohr. Gerade die Frauenstimme bringt Spannung mit. Die Songs sind durchweg auf eingängige Melodien ausgelegt. Satus Minor bieten Powermetal mit klickendem Schlagzeug, frickelnden Gitarren und Keyboard, das über alles einen mystischen Schleier legt. Der Track „Glass Wall“ ist kraftvoll, treibend und durch die Keyboardmelodie zugleich melancholisch. „Flowers Die“ fällt aus dem gesamten Album heraus und ist mit der akustischen Gitarre am Anfang einen Ruhepunkt, wodurch man den letzten Song „Sail Away“ intensiver wahrnimmt. Gestartet wird mit „The Wind“ und das Ende ist „Sail Away“, da beißt sich die Schlange in den Schwanz, denn zum Fortsegeln braucht es den Wind. „Ouroboros“ ist ein melodisches Powermetal-Album, dass einem trotz Power nicht durch eine extreme Stimme die Trommelfelle platzen lässt, die Haare aber in Schwung versetzt und Mystik mit Melancholie vermischt.

Autor: Dörte Hahn